Neuer Geschäftsführer in der Schnieder-Gruppe
Alexander Kornfeld-Gran hat die Nachfolge von Claus Schleicher-Schnieder angetreten.
Text und Foto: Björn Kenter (Neue Westfälische vom 24.01.2026)
Herford. Zum neuen Jahr präsentiert das Autohaus Schnieder ein neues Gesicht in der Chefetage. Neuer Geschäftsführer neben Birgit Schnieder ist Alexander Kornfeld-Gran. Der 50-jährige gebürtige Wertheraner ist seit rund 20 Jahren in der Automobilbranche aktiv und hat am 1. Januar dieses Jahres die Nachfolge von Claus Schleicher-Schnieder angetreten. Der agiert künftig als Geschäftsführer der Schnieder Holding und verwaltet die Immobilien der Schnieder-Gruppe.
„Wir haben uns schon frühzeitig Gedanken gemacht, wie wir das Unternehmen langfristig weiterführen“, sagt Birgit Schnieder, die weiterhin 100-prozentige Gesellschafterin ist. Das Autohaus Schnieder sei seit 95 Jahren am Markt und werde nicht verkauft, sondern weitergeführt, betont die Geschäftsführerin, die am 1. August 1980 als Auszubildende in das Familienunternehmen eintrat. „Mit Alexander Kornfeld-Gran haben wir jemanden mit Fachkompetenz gefunden, um das Unternehmen in unserem Sinne weiterzuführen.“
Bereits seit September vergangenen Jahres ist der neue Geschäftsführer im Unternehmen tätig. Das operative Tagesgeschäft habe sich für sie und ihren Mann seitdem bereits deutlich reduziert, hat Birgit Schnieder erfreut festgestellt. In den ersten Monaten sei es für den neuen Geschäftsführer vor allem darum gegangen, Zusammenhänge und Abläufe und auch das Personal kennenzulernen. Bislang funktioniere alles sehr gut. „Wir ergänzen uns vom ersten Tag an sehr gut und haben ein tolles Vertrauensverhältnis. Darüber sind wir sehr glücklich“, so Schnieder.
Der Kontakt mit Alexander Kornfeld-Gran entstand eher zufällig bei einem Audi-Event. „Seit gut drei Jahren bereiten wir unsere Nachfolge vor und suchten gutes Führungspersonal.“ „Ich habe bei einer Veranstaltung 2024 gegenüber Birgit Schnieder in einem Nebensatz fallen lassen, dass ich irgendwann wieder zurück nach Ostwestfalen möchte“, erinnert sich Kornfeld-Gran.
Daraus entstand dann ein erstes Treffen im Mai vergangenen Jahres. Ihr Mann Claus sei sehr schnell überzeugt gewesen, dass es funktionieren könne. „Sein Urteil war mir sehr wichtig“, betont Birgit Schnieder und ergänzt mit einem Lächeln: „Am Tag als die Entscheidung gefallen war, hat Claus schon angefangen, sein Büro auszuräumen.“
An seinem neuen Job schätzt Kornfeld-Gran vor allem die kurzen Entscheidungswege und das tolle Team. In den größeren Autohandelsgruppen, für die er gearbeitet habe, hätten oft erst mehrere Gremien zustimmen müssen. „Hier sind es mit den Inhabern sehr kurze Wege“, betont der 50-Jährige. Hart gearbeitet werde auch in einem Familienunternehmen, „aber hier ist das deutlich angenehmer.“
Als Geschäftsführer ist der jetzt in Bielefeld wohnende Kornfeld-Gran für rund 170 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den vier Standorten in Herford (Engerstraße, Salzufler Straße), Vlotho und Enger zuständig. Trotz der vielerorts negativen Stimmung in der Automobilbranche zeigt er sich zuversichtlich. „Ich bin durchaus positiv gestimmt. Wir müssen unsere Hausaufgaben machen und uns wieder um die lokalen Märkte und Kunden kümmern“, kündigt Kornfeld-Gran an.
Als Dienstleister wolle das Autohaus bei den Kunden noch präsenter werden. „Daher wollen wir zum Beispiel administrative Prozesse beschleunigen, um das Personal zu entlasten, damit es sich noch mehr auf die Kunden konzentrieren kann.“ Ein gutes Beispiel sei die Annahme von Telefonanrufen. „Wir versuchen, persönlich jedes Gespräch anzunehmen. Das Telefon ist das schnellste Medium, das wir haben. So können wir dem Kunden sein Problem abnehmen. Persönliche Kommunikation ist auch weiterhin sehr wichtig“, ist der neue Geschäftsführer überzeugt.
Perspektivisch werde die Zahl der Autos auf den Straßen auch in den kommenden Jahren stabil bleiben. „Da wird auch immer etwas kaputt gehen, das repariert werden muss. Wir können hier alle Marken reparieren und haben über die Vorgaben des VW-Konzerns die höchsten Ausbildungsstandards für unsere Mitarbeiter umgesetzt, zum Beispiel die zertifizierten Hochvolt-Techniker. Besonders die E-Mobilität und der Gebrauchtwagenbereich seien wichtige Themen für die Zukunft.
Auch Birgit Schnieder blickt optimistisch nach vorne. „Die 100 Jahre machen wir auch noch voll. Wir haben über die Holding eine starke Struktur und ein solides Fundament.“